Gülle – ein wichtiger Wirtschaftsdünger

07.02.2019Der Wirtschaftsdünger Gülle ist für viele Betriebe im Münsterland und auch für uns in Lembeck ein wichtiger Dünger. Nicht nur, dass er bei der Tierhaltung als Nebenprodukt anfällt, er ist auch ein wirtschaftlicher und ökologischer Ersatz für den Mineraldünger. Aber bevor es mit der Düngung losgeht, muss der Landwirt im Vorfeld für jedes Feld eine Düngebedarfsermittlung erstellen, in der er die benötigten Mengen für eine Kultur an Stickstoff und ggf. Phosphor aufgezeigt bekommt.

Nach der aktuellen Düngeverordnung darf max. 170 kg/Stickstoff je Hektar und Jahr an tierischen Stickstoff ausgebracht werden. Hat die Pflanze darüber hinaus noch mehr Bedarf, kann mineralisch nachgedüngt werden. Die Inhaltsstoffe der Gülle sind entscheidend für die Höhe der Güllegabe zu einer Feldfrucht. Während früher noch vermehrt auf Faustzahlen zurückgegriffen wurde, ist es heute gängige Praxis, dass die Gülle eines Betriebes individuell in einem Labor untersucht wird. Dies geschieht z.B. bei der LUFA NRW. Die LUFA NRW ist das spezialisierte Labor für Agrar- und Umweltanalytik der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Nachdem der Landwirt die Gülleprobe zum Labor geschickt hat, bekommt er anschließend eine genaue Angabe über die Inhaltsstoffe seiner Gülle. Nun kann er anhand der Bedarfsermittlung und der Inhaltsstoffe seiner Gülle die Güllemenge pro Hektar errechnen. Die entscheidenden Nährstoffe sind hierbei Stickstoff und Phosphor. In der Gülle liegt Stickstoff hauptsächlich als Ammonium (NH4) in pflanzenverfügbarer Form vor.

Des weiteren müssen wir jährlich eine Nährstoffbilanz erstellen, in der anhand der Tierzahlen, Fläche, Erträge und Zu,- Abfuhr organischer und mineralischer Nährstoffe (Gülle, Mist, Mineraldünger etc.) ein Nährstoffsaldo errechnet wird, der einen festgelegten gesetzlichen Wert nicht überschreiten darf. Ist dieser Wert nicht einzuhalten muss der Betrieb weitere Nährstoffe (z.B. Gülle oder Mist) abgeben. Der Aufnehmende Betrieb muss wiederum diese Nährstoffe in seine Bilanz einfließen lassen.

Bis die Gülle also auf dem Feld ausgebracht wird, ist noch einiges im Vorfeld zu beachten. Der Einsatz von Gülle als Nährstoffdünger kann somit den chemisch hergestellten Mineraldünger ersetzen und ist gleichzeitig ein Humuslieferant für den Boden.