Alle Artikel zum Thema Pflanzen auf einen Blick


Kahlschlag im Fichten-Wald

25.03.2019Der extrem heiße und trockene Sommer 2018 hat in den Wäldern nicht nur zu Trockenstress bei den Bäumen geführt. Die Witterungsbedingungen haben auch dazu beigetragen, dass der Borkenkäfer sich in extremen Maßen vermehren und ausbreiten konnte.

Borkenkäfer bohren sich durch die Rinde von Fichten und bauen dahinter ein ausgedehntes Tunnelnetz zur Brutablage. Dabei werden die Bäume so stark beschädigt, dass sie absterben. Kahle, trockene Fichtenbestände sind dann die Folge. Zudem sondern die Bäume bei trockenen Witterungsbedingungen weniger Harz ab, um sich gegen die Eindringlinge zu wehren.

Da sich die Borkenkäfer sehr schnell vermehren, ist zügiges Handeln geboten: Die betroffenen Bäume müssen zeitnah gefällt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Auch in Lembeck sind viele Fichtenbestände von der Borkenkäfer-Invasion betroffen. Auf den Fotos aus der Hohen Mark könnt ihr die Überreste der Tunnelbauten unter der Rinde erkennen. Außerdem seht ihr die Holz-Erntemaschine im Wald und die zur Abholung gestapelten Stämme.

Stickstoff mittels Quantofix-Gerät bestimmen

07.02.2019In dem vorherigen Artikel haben wir über die Gülle als Wirtschaftsdünger berichtet. Nun erklären wir euch wie der Landwirt parallel zur Untersuchung bei der LUFA mit einem „Schnelltest“, dem sogenannten Quantofix-Gerät, den Stickstoffgehalt in der Gülle auf dem Betrieb bestimmen kann. Das ist von Vorteil, da Stickstoff der Hauptnährstoff in der Gülle ist und man damit schnell auf die Nährstoffgabe beim ausbringen der Gülle reagieren kann. So weiß der Landwirt genau welche Güllemengen er ausbringen muss. Wie so ein Schnelltest funktioniert, seht ihr hier in diesem Video.

Die Herkunft der Gülle hat auch einen entscheidenden Einfluss auf die Inhaltsstoffe. So enthält Mastschweinegülle pro m³ etwa 4-6 kg/Gesamtstickstoff und 2-4 kg Phosphor, wobei die Sauengülle deutlich niedrigere Werte aufweist. In der Rindergülle ist der Stickstoffanteil auch nicht so hoch, dafür ist dort mehr Kalium enthalten. Auch die Fütterung und das Halteverfahren der Tiere und die Trockensubstanz nehmen Einfluss auf die Inhaltsstoffe in der Gülle.

Man sieht also, dass es viele Faktoren gibt, die eine Gülledünung beeinflussen. Wir als Landwirte sind sehr daran interessiert, dass die Gülle möglichst effizient eingesetzt wird. Auch besonders im Hinblick auf den Gewässerschutz, denn es ist auch unser Grundwasser, welches wir schützen wollen!

Gülle – ein wichtiger Wirtschaftsdünger

07.02.2019Der Wirtschaftsdünger Gülle ist für viele Betriebe im Münsterland und auch für uns in Lembeck ein wichtiger Dünger. Nicht nur, dass er bei der Tierhaltung als Nebenprodukt anfällt, er ist auch ein wirtschaftlicher und ökologischer Ersatz für den Mineraldünger. Aber bevor es mit der Düngung losgeht, muss der Landwirt im Vorfeld für jedes Feld eine Düngebedarfsermittlung erstellen, in der er die benötigten Mengen für eine Kultur an Stickstoff und ggf. Phosphor aufgezeigt bekommt.

Nach der aktuellen Düngeverordnung darf max. 170 kg/Stickstoff je Hektar und Jahr an tierischen Stickstoff ausgebracht werden. Hat die Pflanze darüber hinaus noch mehr Bedarf, kann mineralisch nachgedüngt werden. Die Inhaltsstoffe der Gülle sind entscheidend für die Höhe der Güllegabe zu einer Feldfrucht. Während früher noch vermehrt auf Faustzahlen zurückgegriffen wurde, ist es heute gängige Praxis, dass die Gülle eines Betriebes individuell in einem Labor untersucht wird. Dies geschieht z.B. bei der LUFA NRW. Die LUFA NRW ist das spezialisierte Labor für Agrar- und Umweltanalytik der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Nachdem der Landwirt die Gülleprobe zum Labor geschickt hat, bekommt er anschließend eine genaue Angabe über die Inhaltsstoffe seiner Gülle. Nun kann er anhand der Bedarfsermittlung und der Inhaltsstoffe seiner Gülle die Güllemenge pro Hektar errechnen. Die entscheidenden Nährstoffe sind hierbei Stickstoff und Phosphor. In der Gülle liegt Stickstoff hauptsächlich als Ammonium (NH4) in pflanzenverfügbarer Form vor.

Des weiteren müssen wir jährlich eine Nährstoffbilanz erstellen, in der anhand der Tierzahlen, Fläche, Erträge und Zu,- Abfuhr organischer und mineralischer Nährstoffe (Gülle, Mist, Mineraldünger etc.) ein Nährstoffsaldo errechnet wird, der einen festgelegten gesetzlichen Wert nicht überschreiten darf. Ist dieser Wert nicht einzuhalten muss der Betrieb weitere Nährstoffe (z.B. Gülle oder Mist) abgeben. Der Aufnehmende Betrieb muss wiederum diese Nährstoffe in seine Bilanz einfließen lassen.

Bis die Gülle also auf dem Feld ausgebracht wird, ist noch einiges im Vorfeld zu beachten. Der Einsatz von Gülle als Nährstoffdünger kann somit den chemisch hergestellten Mineraldünger ersetzen und ist gleichzeitig ein Humuslieferant für den Boden.

Ruhige Feiertage… fehlanzeige

06.01.2019Für uns Landwirte ging auch an den Feiertagen die Arbeit im gewohnten Takt weiter. Melken, Füttern, neugeborene Tiere versorgen… - auch dann selbstverständlich. Und da die Weihnachtstage oder Sylvester und Neujahr sich bekanntlich nicht an Wochenenden orientieren, lagen in diesem Jahr arbeitsintensive Festtage an.

Neben praktischen Tätigkeiten auf dem Hof und im Stall beginnt das neue Jahr auch im Agrarbüro. Im Folgenden möchten wir euch einmal zeigen, welche notwendigen Meldungen zu Jahresbeginn anstehen.

Nach dem Tiergesundheitsgesetz ist jeder Tierhalter verpflichtet, seinen am 01. Januar aktuellen Tierbestand an die Tierseuchenkasse zu melden.

Eine weitere Stichtagsbestandsmeldung erfolgt ebenso nach der Viehverkehrsverordnung im dafür vorgesehenen staatlichen Internetportal (HIT= Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere).

Sollten erkrankte Tiere im vergangenen Quartal mit Antibiotika tierärztlich versorgt worden sein, ist dieser Einsatz in gleich zwei Datenbanken zu vermerken, zum einen im Qualitätssicherungssystem QS, zum anderen auch in der staatlichen Antibiotikadatenbank. Mit der Eintragung in letztere erklärt der Landwirt außerdem, dass er sich an die Behandlungsanweisungen des Tierarztes gehalten hat. Liegt der Verbrauch über einem gewissen Index, muss ein Maßnahmenplan erstellt werden, der zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes beiträgt.

Schweinehalter, die ihren Tieren freiwillig zusätzlichen Tierkomfort im Rahmen der Initiative Tierwohl (ITW) bieten, melden die Zahlen der verkauften Tiere im letzten Quartal ebenso Anfang Januar.

.. und auf dem Acker?

Zwar ruhen die Feldarbeiten in den Wintermonaten, Planung und Organisation dieser für die kommende Vegetationsperiode stehen aber bereits im Januar an. Für die Feldfrüchte wird, geregelt durch die Düngeverordnung, die sogenannte Düngebedarfsermittlung erstellt. Und rückwirkend fürs letzte Wirtschaftsjahr muss nachgewiesen werden, wie die angefallenen Dünger (Gülle + Mist) sinnvoll und sachgemäß verwertet wurden.

Ihr seht also: Landwirt zu sein bedeutet mehr, als nur in praktischen Arbeiten fit zu sein. Dokumentation und Kontrollen werden- wie in vielen anderen Branchen- auch im Agrarbereich immer intensiver.

November Impressionen

30.11.2018Für alle, die morgens noch im Dunkeln ihr Haus verlassen und am Abend erst spät zurück sind: So schön ist Lembeck im November!

#westfälischekulturlandschaft

Getreideanbau

20.11.2018Nach der Ernte ist vor der Ernte.
Nachdem im Sommer das Getreide abgeerntet wurde, ist im Herbst wieder die Zeit neue Getreidebestände anzulegen. Ab Ende September beginnt die Getreideaussaat mit der Wintergerste. Ab Mitte Oktober werden dann die Wintertriticale und der Roggen gesät. Der Winterweizen kann bis in den Dezember gesät werden.

Das Getreide benötigt ein feines Saatbeet, d.h. der Boden muss „feinkrümmelig“ und gelockert sein. Mit der Sämaschine wird das Getreidesaatgut exakt in die Erde gelegt und mit Erde bedeckt. Es werden nur ca. 140 kg bis 200 kg Saatgut je Hektar ausgesät. Durch Pflege und Düngung der Pflanzen entstehen daraus innerhalb von nur 9 bis 10 Monate etwa 7.000 bis über 10.000 kg Getreidekörner je Hektar. Das ist eine Steigerung von mehr als das 50-fache.

Verwendet wird das Getreide hauptsächlich zur Futternutzung für Rinder, Schweine und Geflügel. Ein Teil des Getreides wird auch zu Brotgetreide verwendet. Das geht aber nur, wenn die Inhaltsstoffe (z.B. Eiweiß) in den Körnern hoch genug sind. Dies kann man aber nur mit ausreichender Düngung erreichen.

Jetzt im Herbst werden die Getreidepflanzen nur etwa 10 bis 15 cm groß und gehen dann in den Winterschlaf. Auf den meisten Flächen wird noch eine Herbizidmaßnahme durchgeführt, da sie für die Pflanzen verträglicher ist und man die Unkräuter besser bekämpfen kann.

Zwischenfruchtanbau

12.10.2018Nachdem in diesem Sommer außergewöhnlich früh das Getreide geerntet und Stroh abgefahren und gelagert wurde, sah es auf den Feldern schnell kahl aus. Das hat sich nun wieder geändert, mittlerweile finden wir auf vielen Feldern blühende Pflanzenmischungen bestehend aus Senf, Ölrettich und Phacelia. Obschon diese Pflanzen nicht geerntet und verwendet werden, ist der Anbau aus verschiedenen Gründen sinnvoll:

- Gekeimte Ausfallsamen des Getreides werden durch die Aussaat der Zwischenfrucht in den Boden eingearbeitet und verrotten, selbiges gilt für gekeimte Unkräuter.
- Im Herbst und Winter begrünte Flächen verlieren nicht unproduktiv durch Verdunstung ihre Wasservorräte und die Ackerkrume wird gleichzeitig vor Winderosion geschützt.
- Im Boden noch vorhandene Nährstoffe wie Stickstoff, werden von den Zwischenfrüchten aufgenommen und gespeichert. Dadurch wird ihre Auswaschung ins Grundwasser reduziert.
- Der Anteil an wertvollem Humus im Boden erhöht sich. Die Zwischenfrüchte sterben mit den ersten Frösten ab und werden zur Aussaat der Hauptfrucht (z.B. Mais oder Gemüse) im kommenden Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Hier steigern sie den Humusgehalt und geben die gespeicherten Nährstoffe nach und nach zum Wachstum der Hauptfrucht frei.
- Bodenlebewesen profitieren von einer dadurch verbesserten Bodenstruktur, Insekten erfreuen sich über eine reiche Blüte im Spätherbst.

Wir sind zurück!!

26.09.2018In den vergangenen Monaten ist es still geworden auf unserer Seite. Nach einer längeren Pause melden wir uns zurück, um euch regelmäßig über die Geschehnisse rund um die Landwirtschaft in Lembeck auf dem Laufenden zu halten.

Unser Berichterstatter- Team hat sich verändert, unsere Mannschaft wird ab sofort unterstützt durch Johannes Booke und Nico Rohkämper. Zusammen mit Henrik Hürland, Bernd Lienemann, Johannes Freitag und Regina Böckenhoff bilden wir nun ein Team von sechs Leuten. Beachtet hierzu auch unser Impressum sowie die neuen Bestimmungen zum Datenschutz.

Die vergangenen Monate waren recht aufreibend für uns. Der Sommer wurde zur Dürre, beinahe die gesamte Vegetationsperiode über fielen keine Niederschläge. Das Getreide reifte ungewöhnlich früh ab und konnte so an manchen Stellen gerade einmal die Hälfte der gewohnten Erträge bringen. Die Milchviehbetriebe fürchten um eine in Menge und Qualität ausreichende Futterversorgung ihrer Tiere im kommenden Jahr durch geringe Maiserträge und ausgefallene Grasernten. Und auch der Gemüsebau, der auf Lembecks Feldern eine wichtige Rolle spielt, erfolgte unter schwierigen Bedingungen nur durch den pausenlosen Einsatz der Beregnungsanlagen.

So kommt dem anstehenden Erntedankfest in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung zu.

Tagebuch eines Spinatfeldes Teil 3 – Pflanzenschutz

20.11.2017In den letzten Tagebucheinträgen haben wir über die Aussaat und die Düngung im Spinatanbau berichtet, nun folgt das Thema Unkrautregulierung durch Pflanzenschutz. Doch was sind Unkräuter überhaupt? Dabei handelt es sich um Pflanzen, die mehr schaden als nützen, bzw. die das Unerwünscht sein in Kulturpflanzenbeständen zum Ausdruck bringen.

Das Unkraut steht in Konkurrenz zum Spinat, indem es Licht, Wasser und Nährstoffe für sich in Anspruch nimmt. Dies führt wiederum zu negativen Ertragseffekten und Qualitätseinbußen. Im Bild 1 könnt Ihr eine kleine Unkrautpflanze sehen. Deshalb fährt Bernd nicht sofort mit der Feldspritze los, sondern er geht nach dem Schadschwellenprinzip vor. Das bedeutet, Pflanzenschutzmittel werden nur dann eingesetzt, wenn es die Situation, z.B. bei einen sehr hohen Befall an einer bestimmten Unkrautpflanze dringend erfordert. Dabei lautet das Prinzip der Aufwandmenge grundsätzlich: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

Beim Ausbringen des Pflanzenschutzmittels wird Bernd durch ein GPS-System unterstützt. Ein Computer (Bild 2) zeichnet auf, an welchen Stellen das Spritzmittel bereits ausgebracht wurde. Die Düsen schalten sich automatisch an oder ab. Dadurch wird gewährleistet, dass kein Bereich der Ackerfläche doppelt gespritzt wird.

Wie Bernd mit seiner Feldspritze arbeitet, seht ihr hier in diesem Video.

Das kann nur der Herbst!

09.10.2017So bedauerlich es auch ist, der Sommer hat sich endgültig verabschiedet! Was aber folgt ist ein herrlicher Übergang in den Herbst mit frischen Temperaturen, tollen Sonnenaufgängen und Nebelbänken über teils schon abgeernteten Maisfeldern.

Eine Aussicht, die nicht nur Spaziergänger und Jogger, sondern bestimmt auch die Fahrer der Maiserntemaschinen genießen.

Tagebuch eines Spinatfeldes Teil 2 – Düngung

12.09.2017Damit der Spinat von Bernd eine hochwertige Qualität erzielt, benötigt es eine kulturspezifische und gezielte Düngung um den Nährstoffbedarf zu decken. Für ein gutes Pflanzenwachstum ist die Untersuchung des Bodens auf den pH-Wert und die Nährstoffe Phosphat, Kali sowie Magnesium sehr wichtig. Das Ergebnis der Untersuchung, welches durch die Analyse von Bodenproben erfolgt, bildet die Grundlage jeder Düngung und wird in regelmäßigen Abständen ermittelt.

Die Vegetationszeit des Spinates beträgt im Sommer, bei guten Wachstumsbedingungen ca. 35-40 Tage und bildet in dieser Zeit eine sehr hohe Menge an Blattmasse. Aufgrund dieser schnellen Entwicklung bekommt die Stickstoffdüngung die größte Bedeutung im Spinatanbau zu. Jedoch kann der Stickstoff im Boden sehr schnell verlagert werden. Das Bedeutet, die Nährstoffe gelangen durch Auswaschungen in tiefere Bodenschichten und sind für die Pflanze nicht mehr zu erschließen.

Eine sachgerechte Ausbringung unter Berücksichtigung der Witterungsverhältnisse kann die Verlagerung von Nährstoffen vermeiden und die Anforderungen des Wasserschutzes sicherstellen. Aus diesem Grund wird auf den Spinatflächen nach ca. 14-21 Tagen eine weitere Bodenprobe bezüglich des Gehaltes an Stickstoff vorgenommen. Somit kann gezielt ermittelt werden, ob eine weitere Stickstoffgabe erforderlich ist um die optimale Versorgung sicherzustellen und Auswaschungen zu vermeiden.

Lembeck blüht auf!

06.08.2017In diesem Jahr begehen wir in Lembeck gleich ein dreifaches Jubiläum:

1.000 Jahre Lembeck, 800 Jahre Kirchengemeinde St. Laurentius und 325 Jahre Schloss Lembeck. Dazu gab es bereits das ganze Jahr über Feierlichkeiten, wie die große Silvesterparty am Schloss oder die Frühstücksmeile Mitte Juni im Dorfkern. Das große Highlight wird aber sicherlich die Festwoche ab dem 29. September, die ihren Abschluss am 08. Oktober mit dem Festumzug findet.

Klar, dass sich unser ohnehin schon schönes Lembeck dafür herausputzt. Wir Lembecker Landwirte haben dazu auf unseren Feldern entlang der Hauptstraßen Richtung Dorf Blühstreifen eingesät, die bereits jetzt ihre Blütenpracht erstrahlen lassen. Den Anfang machen Kornblumen in den verschiedensten Farben, Ringel- und Schleifenblumen.

Das erfreut nicht nur unser Auge, sondern auch Bienen und viele andere Insektenarten.

Tagebuch eines Spinatfeldes Teil 1 - Aussaat

25.07.2017Das grüne Gemüse welches als Blattspinat oder Rahmspinat auf den Tellern serviert wird, ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Im Spinat sind neben Magnesium und Zink viele lebensnotwendige Vitamine enthalten. Das gesunde Gemüse stärkt die Muskulatur und ist nebenbei auch noch kalorienarm.

Nicht weit von Lembeck entfernt befindet sich in der Nachbarstadt Reken das größte Iglo-Werk Europas. Dort wird der Spinat aus der Umgebung verarbeitet und landet anschließend in den Kühlregalen der Supermärkte.

Wir möchten Euch gerne daran teilhaben lassen, wie der Spinat vom Feld zur Verarbeitung gelangt. Deshalb startet heute unsere Serie „Tagebuch eines Spinatfeldes“, in der wir Bernd Lienemann bei der Arbeit auf dem Feld begleiten.

Bernd bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 80 ha Land, auf dem er neben Spinat auch Petersilie, Dill, Mais und Gerste anbaut. Außerdem werden auf dem Hof Schweine und Bullen gemästet. Der Spinat, der auf den Flächen von Bernd wächst, ist für Iglo bestimmt.

Die erste Maßnahme die auf dem Feld anstand, um ein sauberes und ebenes Saatbett zu erhalten, war das Pflügen der Fläche (Bild 1). Anschließend erfolgte die Aussaat. Es dauert ungefähr 6 Wochen bis das Gemüse geerntet werden kann. Der Spinat wird in Reihen in einer Tiefe von 1-2 cm ausgesät (Bild 2,3).

Hier Video könnt ihr Euch das Pflügen und die Aussaat genau anschauen.

Tagebuch eines Maisfeldes 10

05.12.2016Das Jahr geht zu Ende. Auf Bernds Maisacker endet es, wie es auch begonnen hat, der Kreislauf schließt sich.

Nach der Maisernte bleiben auf dem Acker nur noch die Stoppeln zurück. Damit die Flächen auch im Winter begrünt sind, hat Bernd als Zwischenfrucht Grünroggen eingesät. Dieser nimmt die noch vorhandenen Nährstoffe im Boden auf und bindet sie, so dass es den Winter über nicht zu einer Auswaschung kommt. Der Anbau von Zwischenfrüchten trägt somit aktiv zum Schutz des Grundwassers bei. Im kommenden Frühjahr wird der Grünroggen in den Boden eingegrubbert und reichert damit den Anteil an wertvollem Humus im Boden an.

Auf den Bildern seht ihr die Fläche in ihrem winterlichen Bild- gerade bei dem Frost der letzten Tage ein schöner Anblick!

Tagebuch eines Maisfeldes 9

25.09.2016Außergewöhnlich früh, bedingt durch die lange Trockenheit der vergangenen Wochen hat in diesem Jahr die Maisernte in Lembeck begonnen. Die Felder lichten sich bereits. Und so wurde in der vergangenen Woche auch bei Bernd der Mais gehäckselt, 128 Tage nach der Aussaat.

Die Pflanzen sind bereits weitgehend abgestorben, die Blätter im unteren Bereich der Pflanze verwelkt. Der Häcksler vom Lohnunternehmen Thier- Essing erfasst acht Maisreihen auf einmal und hackt die gesamten Maispflanzen samt Kolben in feine Stücke. Mit zwei Traktoren wird der Mais der in hofnähe liegenden Flächen zum Silo gefahren.

Hier kommt es darauf an, dass das Futter gut konserviert wird und sich keine Luft mehr in der Silage befindet. Denn durch Sauerstoff bilden sich unerwünschte Butter- und Essigsäuren, durch die die Qualität des Futters stark reduziert wird. Dazu fährt der schwere Schlepper auf dem Silo das Futter gleichmäßig fest.

Anschließend wird das Silo mit einer Folie luftdicht abgedeckt, die mit schweren Matten oder Reifen belegt wird. So ist mit der Maissilage eine wichtige Futterkomponente für das kommende Jahr für Bernds Kühe gesichert.

Tagebuch eines Maisfeldes 8

08.09.2016Tag 116 und so langsam beginnt die Reife. Bereits jetzt sterben die untersten Blätter der Pflanzen ab- in diesem Jahr durch die Trockenheit der vergangenen Wochen oft bereits drastischer und außergewöhnlich früh.

Die Kolben sind voll besetzt mit dicken, goldenen Maiskörnern die jetzt auch nicht mehr weiter wachsen werden. Sie liefern später die Energie im Futter von Bernds Milchkühe. Bis zur Ernte dauert es allerdings noch etwas. Die Reife lässt sich in unterschiedliche Stadien einteilen, jetzt sind die Körner in der „Teigreife“. Das bedeutet, die Körner sind im Inneren teigig und haben noch ca. 55 % Wasser. Der Wassergehalt wird mit zunehmendem Reifestadion immer geringer, die Körner sind in der anschließenden „Vollreife“ hart und glänzend und er Wassergehalt im Korn sinkt bis auf 35 %.

Tagebuch eines Maisfeldes 7

04.08.2016Der Mais auf Bernds Acker hat mit 3,20 m seine endgültige Höhe nun fast erreicht und er hat bereits seine Fahnen geschoben- so nennen wir die Blütenstände die oben an den Pflanzen zu erkennen sind.

Die Pollen verteilen sich über das Feld und befruchten die tiefer sitzenden Kolben, an denen sich anschließend die vielen Maiskörner entwickeln. Die Pollen gelangen übrigens über die vielen Narbenfäden in das Innere des Kolbens. Lang anhaltende Hitze oder zu starke Regenfälle während der Blüte behindern dies und führen zu unregelmäßig gefüllten Kolben.

Tagebuch eines Maisfeldes 6

11.07.2016Gute drei Wochen weiter ist der Mais nicht wiederzuerkennen! Mit einer Höhe von ca. 180 cm ist er bereits mannshoch, ausreichend Wärme und Feuchtigkeit bieten den Maispflanzen ideale Wachstumsbedingungen. Bei diesen wächst der Mais bis zu zehn Zentimeter (!) pro Tag. Auf den Bildern erkennt ihr auch, wie mächtig die Stengel inzwischen sind.

Wusstet ihr übrigens, dass Mais eine enorme Fähigkeit zur Umwandlung von Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff besitzt? Ein Hektar Mais recycelt den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt oder vier Pkw-"Durchschnittsfahrern" und ist damit, neben der Zuckerrübe, einer der effektivsten CO2- umwandelnden Pflanzen.

Tagebuch eines Maisfeldes 5

08.06.2016Der Mais macht bei der feucht- warmen Witterung der letzten Wochen weiter kräftige Fortschritte, wie ihr auf den Bildern erkennen könnt. Doch neben den Maispflanzen machen sich mittlerweile auch einige Unkräuter auf dem Acker breit und so erfolgte in dieser Woche eine Behandlung gegen diese.

Mais wächst in seiner Jugendphase viel langsamer als z.B. Weißer Gänsefuß, Vogelmiere oder Knöterich, die das Rennen auf dem Acker mit großem Vorsprung gewinnen würden, wenn wir sie einfach gewähren ließen. Schwarzer Nachtschatten ist außerdem giftig und würde die Ernte unbrauchbar machen. Ganz nebenbei überschwemmen diese Unkrautpflanzen den Acker mit unzähligen Samen, die sich für viele Jahre im Boden halten.

Die hierfür verwendeten Herbizide wurden speziell für die auftretenden Unkrautpflanzen ausgewählt. Beachtet werden musste außerdem, dass die Maispflanzen eine ausreichende Wachsschicht auf den Blättern haben um nicht selbst geschädigt zu werden.

Die Pflanzenschutzspritze wird alle 3 Jahre einer TÜV- Kontrolle unterzogen um sicherzustellen, dass Ausbringmenge und die Verteilgenauigkeit eingehalten werden. Außerdem muss jeder, der Pflanzenschutzmittel anwendet, die nötige Sachkunde nachweisen. Diese wird durch die Ausbildung zum Landwirt erworben und durch regelmäßige Lehrgänge aufgefrischt.

Tagebuch eines Maisfeldes 4

13.05.2016Es tut sich was auf dem Maisacker! Nachdem in der letzten Aprilwoche noch recht kühle Temperaturen herrschten, hat der Mai bisher richtig warme Tage zu bieten. Und die braucht der Mais auch. Er keimt nämlich erst bei Bodentemperaturen die konstant über 8°C liegen. Die Feuchtigkeit im Boden lässt das Korn aufquellen und der winzig kleine Trieb hebt sich der Oberfläche empor. Gleichzeitig beginnt das Wachstum der Wurzel. Auf dem ersten Bild könnt Ihr das gut erkennen.

Seitdem ging aber das weitere Wachstum äußerst zügig voran. Mittlerweile haben sich bereits zwei Blätter gebildet und die Pflanzen schlagen bereits ordentliche Wurzeln. Das Maislegen ist gerade einmal 18 Tage her. Wir sind gespannt, wie es weiter geht. Danke für die Bilder, Bernd!

Tagebuch eines Maisfeldes 3

25.04.2016Der Mais kann starten; heute Morgen wurde er gelegt. Claudinio und Metronom sind die Namen der Silomaissorten, die zum Einsatz kamen.

Der Boden wurde durch den Grubber schon 25 cm tief gelockert, sodass bei Bernd der Pflug nicht zum Einsatz kam. Die Maiskörner werden etwa 4-5 cm tief in den Boden gelegt. Außerdem wurde bei der Saat ein flüssiger Dünger aus Stickstoff und Phosphor (jeweils 2g/m²) im Abstand von 5cm unter dem Maiskorn ausgebracht. Das ist wichtig für eine gute Entwicklung der kleinen Maispflanze.

Auf den Fotos seht ihr den Traktor mit dem Maislegegerät. Der Tank vorn am Traktor beinhaltet den Flüssigdünger. Übrigens werden moderne Schlepper, wie dieser, mittlerweile per GPS gesteuert und lenken vollautomatisch. Der gelbe „Knopf“ auf dem Dach der Kabine ist der Empfänger dieses sogenannten AutoTrac- Systems.

Das zweite Bild zeigt einen Querschnitt im Boden, ihr könnt hier das Maiskorn erkennen.

Tagebuch eines Maisfeldes 2

19.04.2016Auch in den vergangen Tagen gingen für Bernd die Vorbereitungen zur Maisaussaat weiter. Nach dem Miststreuen stand jetzt noch die Düngung mit 40m³ Gülle an. Das sind 4 Liter auf einen Quadratmeter.

Diese hat Florian, der beim Lohnunternehmen Thier- Essing arbeitet, mit dem Schleppschlauchverteiler direkt auf den Ackerboden ausgebracht. So verflüchtigen sich deutlich weniger Nährstoffe in die Luft und bleiben da, wo die Pflanzen sie brauchen. Dazu trägt vor allem auch bei, dass Bernd die frisch aufgetragene Gülle zeitnah in den Boden eingrubbert (Foto 1+2).

Die Düngermenge muss dem Bedarf der Maispflanzen angepasst sein. Wird nicht genug gedüngt, leiden Qualität und Erntemenge = schlechtes Futter. Düngt Bernd zu viel, verschwendet er Geld und belastet das Grundwasser.

Um ausreichend versorgt zu sein, benötigt der Mais 200kg Stickstoff je Hektar, das sind 20g pro Quadratmeter. Mit den 6 Tonnen Mist und den 40m³ Gülle sind nun schon 130 kg Stickstoff je Hektar verteilt worden.

Durch Laboruntersuchungen weiß Bernd, wieviel Nährstoffe in der Gülle und auch in seinem Boden sind. Die Untersuchungsergebnisse der Gülle und des Bodens haben wir euch in den Bildern 3 + 4 hinzugefügt.

Tagebuch eines Maisfeldes

19.04.2016Das Frühjahr ist in vollem Gange und für uns geht die Arbeit auf dem Feld so richtig los. Daran möchten wir euch gern teilhaben lassen und starten heute unsere Serie „Tagebuch eines Maisfeldes“, in der wir Bernd Loick- Oesing bei der Arbeit auf dem Feld begleiten.

Bernd bewirtschaftet einen Bauernhof mit 46 ha Land, auf dem er neben Mais, Weizen und Bohnen auch Spinat für Iglo anbaut. Außerdem leben auf dem Hof neben Kälbern und Rindern auch 35 Milchkühe.

Für diese ist auch der Mais bestimmt, um den es hier gehen soll. Er wird im kommenden Herbst geerntet und dann als Maissilage als Futter für die Kühe konserviert.

Während des Winters wuchs auf der Fläche Grünroggen als Zwischenfrucht, der im Herbst auf den Boden gestreut wurde.

Die erste Maßnahme stand in der vergangenen Woche an, auf der Fläche wurde Mist, der in der Rinderhaltung auf dem Hof entstand, ausgebracht. Anschließend wurde die Fläche umgehend gegrubbert, Grünroggen und Dünger wurden also in den Boden eingearbeitet.

Auf den Fotos seht ihr zunächst den Grünroggen und wie Mist auf der Fläche verteilt wird. Schließlich zeigt das vierte Foto, wie dieser zusammen mit dem Grünroggen in den Boden eingearbeitet wird.

Flyer zur Frühjahrsdüngung

24.03.2016Das Wort „Gülle“ kommt ursprünglich aus dem Niederdeutschen und bedeutete so viel wie „Pfütze, Lache“. Erst viel später bekam „Gülle“ die Bedeutung, die das Wort heute hat, nämlich eine Mischung aus Kot und Harn unserer landwirtschaftlichen Nutztiere Schwein und Rind. Daneben gibt es noch weitere organische Düngeformen, wie Jauche oder Mist, die je nach Haltungsform der Tiere entstehen. Sie sind kein Abfall, sondern ein natürliches, organisches Düngemittel.

Gülle hat zwei unschlagbare Vorteile: Sie enthält meist alle wichtigen Nährstoffe für die Pflanzen und liefert gleichzeitig organische Substanz für den Boden, die für eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit sorgt. Der Naturdünger besteht zum größten Teil aus Wasser mit darin gelösten Nährstoffen und organischer Substanz sowie einigen Mineralstoffen.

Gülle gehört direkt auf den Boden und nicht in die Luft. Und dabei geht es nicht nur um die Geruchsbelästigung, sondern auch um die klimaschädlichen Stickstoffverluste, die den Landwirt im Übrigen bares Geld kosten. Entscheidend dafür ist aber nicht nur die Ausbringungstechnik, sondern vor allem die Witterung beim Düngen und wie schnell die Gülle in den Boden eingearbeitet wird.

Große Maschinen und riesige Güllefässer sind dabei nicht gleichbedeutend mit großen Güllemengen auf der Fläche. Im Gegenteil: je größer, teurer und moderner die Maschinen, desto exakter ist zumeist die Verteilung der Gülle. Sogar eine Messung der Nährstoffe in der Gülle während der Ausbringung ist heute technisch schon möglich!

Lembecker Landwirte informieren:

Frühjahrsdüngung nährt und schützt Pflanzen!

Wenn es momentan auf den Feldern "riecht", dann hat das einen Grund: Die Landwirte in Lembeck düngen in diesen Tagen ihre Felder. Die Düngung mit Gülle und Mist bietet den Pflanzen zu dieser Jahreszeit Nahrung und versorgt sie mit wertvollen Nährstoffen. Gerade das Wintergetreide benötigt im Frühjahr eine Startdüngergabe, damit das Pflanzenwachstum richtig beginnen kann.

Gülle und Mist aus der Tierhaltung und Gärreste aus der Biogasgewinnung sind für uns Bauern wertvolle Naturdünger: Was dem Boden durch die Pflanzen entzogen wird, muss wieder zugeführt werden.

Wir bitten deshalb bei unseren Mitbürgern um Verständnis, wenn es hier und da einmal ‚duftet‘. Sprechen Sie uns gern an. Wir möchten Ihnen zeigen, wie wir auf unseren Höfen arbeiten und freuen uns über den offenen Dialog. Wir möchten erfahren, welche Wünsche Sie an unsere Landwirtschaft haben

Ihre Lembecker Landwirte

Fragen und Anregungen gern an ortsverein@landwirte-lembeck.online