Alle Artikel zum Thema Tiere auf einen Blick


Afrikanische Schweinepest (ASP)

05.11.2018Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Virusinfektion die ausschließlich Wildschweine und Hausschweine befällt. Die Schweinepest ist in Osteuropa und China weit verbreitet und hat vor kurzem einen Sprung über Deutschland nach Belgien gemacht, wobei man davon ausgeht, dass der Mensch für diesen Sprung verantwortlich ist. Schweine die von der Krankheit befallen werden, überleben den Krankheitsverlauf nicht. Neben dem Mensch spielt auch das Wildschwein als Überträger der Krankheit eine große Rolle. Erkrankte Tiere legen häufig noch weite Strecken zurück und verbreiten die Krankheit über den Kot, außerdem werden die verendeten Tiere von anderen Wildschweinen angefressen.

Was wird dagegen gemacht?
Um die Verbreitung zu stoppen wird seit einiger Zeit versucht, die Wildschweinpopulation intensiv zu verringern um die Verschleppung über Wildtiere zu minimieren. Über Plakate an Autobahnraststätten und anderen Umlaufplätzen wird versucht die Einfuhr von Fleischprodukten aus dem nahen Osten zu stoppen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, keine Essensreste aus den bereits betroffenen Gebieten unsachgemäß zu entsorgen. Auf den Betrieben ist es inzwischen Standard, dass man sich vor Betreten der Stallungen waschen und umziehen muss um zu verhindern das Keime von außen in den Stall kommen. Die Betriebe stehen in ständigen Kontakt mit den zuständigen Veterinären und sind gut für den Seuchenfall vorbereitet

Was ist wenn die Krankheit doch kommt?
Wenn die ASP in Deutschland Eintritt wird nach bisherigen Stand der gesamte Export gestoppt und der Schweinepreis wird sinken wodurch ein Ökonomisches Problem für die Betriebe entsteht. Sollte die ASP nach Lembeck kommen müssen befallene Betriebe und vermutlich auch Nachbarbetriebe ihren Schweinebestand keulen (alle Schweine werden geschlachtet). Danach werden die Stallungen gewaschen und anschließend desinfiziert, erst wenn das Gebiet wieder als Krankheitsfrei gilt dürfen neue Schweine eingestallt werden.

Uns bleibt derzeit nur auf die Stallhygiene zu achten sowie den Wildschweinebestand über die Jagd zu verringern um der Pest aus dem Weg zu gehen .

Ferkelkastration - 4 Wege, doch welchen können wir gehen?

01.10.2018Seit Jahrzehnten werden in Europa männliche Ferkel in den ersten Lebenstagen kastriert. Der Hintergrund: die Hoden der heranwachsenden Eber produzieren männliche Geschlechtshormone und damit auch Geruchsstoffe. Diese werden über die Blutlaufbahn im Körper verteilt und können beim Zubereiten des Fleisches zu unangenehmen Geruchs- und Geschmacksveränderungen führen. Eigentlich ganz natürlich, vom Handel aber nicht erwünscht da nicht zu vermarkten und dass, obwohl nur ein geringer Teil der männlichen Tiere hiervon betroffen seien soll…
So weit, so gut. Oder ungut. Denn mit erhöhten Bemühungen um den Tierschutz ist die Kastration in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Es wird nach Alternativen gesucht, die sowohl dem Verbraucher eine weiterhin hervorragende Fleischqualität zusichern und gleichzeitig das Wohl der Tiere fördern. Stand der Dinge ist: kein Ferkel darf in Deutschland kastriert werden, ohne dass ihm zuvor schmerzstillende Mittel verabreicht werden. Der Einsatz dieser wird im Rahmen engmaschiger Kontrollen durch das QS-System streng überwacht.
Zusätzlich, über den Einsatz der Schmerzmittel hinaus, wird in Deutschland ab dem 01.01.2019 die Betäubung der Tiere vorgeschrieben. Doch die gestaltet sich in der Praxis bisher noch als schwierig. Somit stehen die deutschen Ferkelerzeuger vor folgender Entscheidung:

Weg 1: Eber mästen
Kastration einfach aussetzen und Eber aufziehen. An die Landwirte stellt die sogenannte Ebermast zwar erhöhte Anforderungen an Management und Haltung, Erfahrungen und Innovationen hingegen haben aber gezeigt, dass diese zu händeln sind und in der Praxis gut funktionieren. Die Krux: Einzelne „Stinker“ sind unerwünscht, der Einzelhandel gibt den Landwirten keine Garantien zur Abnahme der Tiere. Schlachtbetriebe ändern ihre Preismasken und die Ebermast kann nur in wenigen Einzelfällen wirtschaftlich durchgeführt werden.

Weg 2: Immuno- Kastration
Bereits in vielen Ländern gängige Praxis ist der Einsatz einer zweifachen Impfung gegen Ebergeruch. Die Hormonproduktion wird nach dem Wirkprinzip einer Impfung unterdrückt. Wichtig: Es kommen hier keine Hormone zum Einsatz! Da dies aber leicht in der Öffentlichen Meinung so aufgefasst werden könnte, fürchten Handel und Landwirte den flächendeckenden Einsatz dieser Methode, Tierärzte- und Tierschutzverbände hingegen sprechen sich hingegen für diese Form der Kastration aus.

Weg 3: Chirurgische Kastration unter Vollnarkose
Ein komplizierter Weg, der Risiken birgt. Die Tiere werden mit einem CO2/ O2- Gemisch oder alternativ dem Wirkstoff „Isofluran“ vor der Kastration betäubt. Die Betäubungsvorrichtung ist enorm aufwändig, die Ferkel sind durch den Betäubungsprozess Stress ausgesetzt, für den Anwender bestehen Nebenwirkungen. Isofluran gilt als hochgradig klimaschädlich. Nach geltendem deutschen Recht muss ein Tierarzt anwesend sein. Für die Praxis bleibt daher festzuhalten: allein durch die niedrigen Preise für Fleisch ist ein Einsatz der Vollnarkose wirtschaftlich nicht machbar, hinzu kommen die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwender sowie den Klimawandel.

Weg 4: Kastration unter örtlicher Betäubung
Ähnlich einer lokalen Betäubung beim Zahnarzt schaltet diese Methode Schmerzen der Tiere aus. Die Anwendung wird nach einer Schulung durch den Landwirt selbst durchgeführt. Das hält Aufwand und Kosten überschaubar und bietet gleichzeitig einen hohen Beitrag zum Tierschutz. Derzeitiges Problem: In Deutschland sind für die Anwendung der Lokalanästhesie durch Landwirte keine Mittel zugelassen; in Ländern wie Dänemark, Schweden oder Norwegen ist diese Methode bereits seit Langem gängige Praxis.

Und jetzt…?
Die Zeit drängt. Ab dem 01.01.2019 ist die betäubungslose Kastration verboten. Der Markt bietet uns nicht die Möglichkeit, sich ausschließlich auf die Wege 1-3 zu konzentrieren. Wir benötigen weitere Alternativen zur Umsetzung des Gesetzes. Lokalanästhesie ist in unseren Nachbarländern gängige Praxis und entspricht den wichtigen und richtigen Anforderungen an den Tierschutz. Die Bundesländer Mecklenburg- Vorpommern, Bayern, Niedersachen und NRW sind in der vergangenen Woche mit einem gemeinsamen Antrag zum Aufschub der Frist im Bundesrat gescheitert. Der den deutschen Landwirten auferlegte Wettbewerbsnachteil wird den Strukturwandel weiter befördern. In einem gemeinsamen Ferkelmarkt werden deutsche Tiere aus unseren Nachbarländern, v.a. aus Dänemark die heimische Produktion verdrängen. Um zu verdeutlichen, wie ernst die Lage für die hiesigen Familienbetriebe ist, haben auch wir Lembecker Landwirte uns in der vergangenen Woche an einer Demonstration am Rande der Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf beteiligt.

Kuhmilch – gesund und lecker!

22.10.2017Im Laufe seiner Geschichte hat der Mensch zur Milchgewinnung verschiedene Tierarten genutzt z.B. Kuh, Ziege oder das Schaf. In anderen Teilen der Welt werden auch Tierarten genutzt die für uns auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Dazu zählen neben dem Ren, das Kamel, Wasserbüffel auch Stuten. Doch was kann die Kuhmilch, die für uns in der Ernährung eine bedeutsame Rolle spielt und auch in Lembeck sehr viel erzeugt wird?

Kuhmilch enthält ungefähr 87 % Wasser, 3,3 % Protein, 4 % Fett und 4,7 % Lactose. Allein durch den Verzehr eines halben Liter Milch ist der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen an Calcium zu 70 %, Vitamin B12 zu 80 % und Vitamin B2 zu 50 % gedeckt. Außerdem ist Kuhmilch eine Quelle für konjugierte Linolsäuren, denen eine krebshemmende und antioxidative Wirkung zugeschrieben werden. Das Milchprotein hat eine sehr hohe biologische Wertigkeit durch essentielle Aminosäuren. Die Lactose in der Kuhmilch führt bei manchen Menschen zu Unverträglichkeiten, jedoch dient sie als Nährboden für Bakterien und sind deshalb für Säuglinge und Erwachsene für eine erwünschte Darmflora bedeutsam.

Kuhmilch hat nicht nur gute ernährungsphysiologische Aspekte, sondern – Milch schmeckt einfach lecker!

Die Geburt eines Kalbes

03.05.2017Die Kuh hat starke Presswehen und der Kopf des Kalbes ist schon zusehen. Nun dauert es nicht mehr lange bis das Kalb die Welt erblickt. Nach ca. 285 Tagen Trächtigkeit, kann die Kuh nun ihr Kalb begrüßen. Für den Landwirt ist dieser Moment immer etwas ganz besonderes und zugleich sehr spannend zu beobachten.

Die Geburt eines Kalbes lässt sich in vier Phasen unterscheiden. Zunächst beginnt die Kuh mit dem Vorbereitungsstadium. Dies erkennt der Landwirt daran, wenn die Kuh sich unruhig verhält, die Futteraufnahme vermindert, es sich eine rote Scham mit zäher Schleimschnur bildet und die Milch beginnt aus dem Euter zu tropfen.

Darauf folgt das Eröffnungsstadium. Die Frucht wird durch die Wehentätigkeit zum Muttermund befördert. Durch den Druck der Frucht erweitert sich dieser. Es folgen Kontraktionen im Abstand von 5 bis 15 Minuten. Mit dem Platzen der Fruchtblase beginnt meist das Austreibungsstadium.

Dies ist dadurch zu beobachten, dass sehr starke Wehen bei der Kuh durch Kontraktion der Gebärmutter, sowie der Bauchmuskulatur einsetzen. Der Muttermund ist nun durch die Keilwirkung des Kalbes maximal erweitert. Nach dem Durchtritt des Kopfes durch die Scham sollte das Kalb nach 10 bis 15 Minuten geboren sein.

Im Anschluss an die Geburt erfolgt die Nachgeburtsphase mit dem Einsetzen der Nachwehen und dem Abgang der Nachgeburt. In der Regel Kalben die Kühe ohne Geburtshilfe des Landwirten. Sollten doch Komplikation entstehen, kann dieser sofort eingreifen. Hier Video. könnt ihr Euch auch nochmal ein Video zur Geburt anschauen. Viel Spaß dabei :)

Haltungsform Kuhstall

02.05.2016Die Kühe werden in einen sogenannten „Boxenlaufstall“ gehalten. Sie können sich dort frei bewegen und ihre Liegebox selbst aussuchen. Der Stall ist so gebaut, das klimatische Bedingungen wie Draußen herrschen. Das bedeutet, es kommt sehr viel Licht und Luft im Stall. Zu jeder Zeit können die Kühe frisches Futter und Wasser aufnehmen.

Die Laufgänge bieten den Kühen viel Platz um ungestört zu fressen und um ihr Herdenverhalten auszuleben. An zentralen Punkten sind Tränken angebracht um ungestört Wasser aufzunehmen. An warmen Sommertagen trinkt eine Kuh ca. 150 Liter Wasser.

Die Liegebox ist das „Bett“ für die Kuh, hier verbringt sie ca. 14 Stunden täglich. Der Untergrund des Liegebereichs besteht meistens aus Stroh. Dadurch liegt die Kuh weich, sauber, trocken und wärmeisolierend.

Viele Kuhställe besitzen einen „Wellness Bereich“ mit einer elektrischen Kuhbürste. Diese sorgt für Entspannung und trägt durch ihre Massagewirkung zur Haut- und Fellpflege bei. Die Kühe können somit ihr natürliches Verhalten ausüben.

Die Kuh soll so wenig wie möglich in ihrem natürlichen Bewegungsablauf oder Verhalten eingeschränkt werden. Die Umsetzung von Innovation durch neue Bauweisen ist immer am Tierwohl der Kühe bemessen.

Schweinehaltung

06.04.2016Auf vielen Lembecker Höfen ist die Schweinehaltung ein wichtiger Betriebszweig. Einige Betriebe haben sich auf die Ferkelerzeugung spezialisiert, andere mästen Schweine und verkaufen die ausgewachsenen Tiere an den Schlachthof.

Sauen- Ferkel- Mastschwein….. Was macht hier eigentlich den Unterschied?? Dazu möchten wir Euch an dieser Stelle einen kleinen Überblick verschaffen.

In der Sauenhaltung werden die Ferkel geboren, die später einmal als Mastschweine verkauft werden. Hier in der Sauenhaltung, die auch Ferkelerzeugung genannt wird, dreht sich alles um das Thema Geburt und Aufzucht junger Tiere. Fingerspitzengefühl ist hier also gefragt.

Nach 115 Tagen Trächtigkeit wirft eine Sau ca. 14 Ferkel. Sie säugen ihre Jungen drei bis vier Wochen lang, bevor die Ferkel abgesetzt werden und in den Ferkelaufzuchtstall umziehen. Dort bleiben die Ferkel weitere acht Wochen, bis sie mit ca. 30 kg zu den Betrieben verkauft werden, auf denen sie leben, bis sie ausgewachsen sind. Wiegen die Tiere dann 120 Kg, werden sie zum Schlachthof gebracht.

Auf dem ersten Foto seht ihr die Ferkel im Ferkelstall, wenn sie ca. 25 kg wiegen. In der Mitte hängt Spielzeug von der Decke, mit dem die Tiere sich beschäftigen. Links ist der Trog, der automatisch mit Futter befüllt wird und von dem die Ferkel sich bedienen können, wie sie möchten.

Das zweite Foto zeigt Ferkel im Alter von vier Wochen. Sie wiegen gut 7 Kg und haben gerade vor ein paar Tagen den Ferkelstall bezogen.

Die Ferkel im dritten Bild sind gerade 8 Tage alt. Sie werden im Abferkelstall von der Sau gesäugt. Wie ihr sehen könnt, wird die Sau während der Säugezeit in einem Ferkelschutzkorb gehalten. Dieser verhindert, dass die Sau ihre eigenen Ferkel erdrückt, wenn sie sich hinlegt.

Während der Trächtigkeit laufen die Sauen in Gruppen frei durch den sogenannten Wartestall (Foto4). Tatsächlich fühlen sie sich aber in den Buchten, die am Ende offen stehen ganz wohl und so liegen sie oft für sich allein in einer Bucht.

Kuh ist nicht gleich Kuh

01.04.2016Die Rinderhaltung lässt sich in Milchrassen, Fleischrassen und Zweinutzungsrassen unterscheiden. Bei Milchrassen liegt der Schwerpunkt der Zucht auf der Milch. Die Milchleistung der Tiere ist sehr hoch, im Gegensatz zur Fleischleistung. Die bedeutendste Milchrasse ist die Deutsche Holsteins der Farbrichtung Schwarzbunt und Rotbunt, da sie die am häufigsten eingesetzte Rasse in der Milchproduktion ist.

Bei Fleischrassen steht die Erzeugung von Fleisch im Vordergrund. Fleischbetonte Rassen haben eine stärkere Bemuskelung und eine bessere Fleischstruktur als Milch- und Zweinutzungsrassen. Typische Fleischrassen sind Charolais, Limousin, Galloway, Angus oder Hereford.

Zweinutzungsrassen kombinieren die Eigenschaften Milch und Fleisch. In einer kleinen Herde in Lembeck werden Kühe der Rasse „Pinzgauer“ gehalten. Diese Tiere sind österreichisch-bayerischer Herkunft und sind meist in Mutterkuhherden zu finden. Ihre Population ist gering und macht sie daher zu etwas Besonderem.

Auf den Bildern könnt ihr das „Pinzgauer Rind“ mit dem „Holstein Rind“ vergleichen.